Franna AT 40 & Liebherr LR 1280

Bei dem Unglück kippte ein 40-Tonnen-Franna Pick & Carry-Kran um, während er eine 20-Tonnen-Raupenkette des LR 1280-Raupenkrans transportierte, die er gerade aufstellte. Üblicherweise lässt sich eine Last in einem Radius von etwas über drei Metern bewegen. Doch diesmal driftete sie weit außerhalb des zulässigen Bereichs und erzeugte gleichzeitig eine enorme Seitenbelastung auf den Ausleger. Folge: der Krantyp stürzte um. Glücklicherweise blieb niemand verletzt. Ein Einweiser/Anschläger war in unmittelbarer Nähe und entkam nur knapp dem Ausleger, konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Der Sachschaden beschränkte sich abgesehen vom Kran auf geringfügige Beträge. Der Vorfall ereignete sich am 10. Dezember 2024 gegen 9:30 Uhr. Die anschließende Untersuchung deckte eine Reihe schwerwiegender Mängel in den Sicherheitsprotokollen auf. Dazu zählten das Ignorieren der Überlastanzeige und der Warnmeldungen sowie Änderungen an den vor Ort ermittelten Risikobewertungen der Aufzüge. Diese wurden trotz erheblicher Veränderungen des Risikos und des Geländes von „kritisch“ auf „Routine“ herabgestuft. Seit dem Vorfall hat das Unternehmen Echtzeitwarnungen für Überschreitungen implementiert und einen Log-Viewer entwickelt, der eine präzise Interpretation und Überprüfung der Ereignisse ermöglicht. Um die Öffentlichkeit darüber zu informieren, was passieren kann, wenn Protokolle nicht eingehalten werden, hat Anglo American eine detaillierte Animation des Vorfalls erstellt und veröffentlicht, die die Fehlerquellen deutlich macht. Gleichzeitig hofft das Unternehmen, durch Veröffentlichung und den Austausch der gewonnenen Erkenntnisse zu sichereren Entscheidungen in der gesamten Branche beizutragen. Shane McDowall, Geschäftsführer der Grosvenor Mine, erläuterte: „Dies war nicht nur eine Fehlentscheidung, sondern eine Reihe schwerwiegender Fehler. Indem wir die Kette der Entscheidungen offenlegen, die zum Unglück führten, möchten wir zeigen, wie kleine Abkürzungen und übersehene Schritte zu einer potenziell katastrophalen Situation führen können.“ „Wir haben jeden einzelnen Faktor genauestens geprüft – nicht um Schuld zuzuweisen, sondern um sicherzustellen, dass die richtigen Verhaltensweisen, Kontrollmechanismen und Gespräche implementiert werden, bevor ein Fördervorgang überhaupt beginnt. Unser Ziel ist es, dass dieses Video von Betreibern, Auftragnehmern und Unternehmen genutzt wird, um offene Diskussionen über Sicherheit anzustoßen. Diese Lehren gehören nicht nur uns, sondern allen, die in dieser Branche arbeiten.“ „Jeder hat es verdient, sicher nach Hause zu kommen, und deshalb gehen wir offen mit den Fehlern um. Dieser Vorfall war vermeidbar, und wir möchten, dass andere daraus lernen. Das Wichtigste, was aus der Mine hervorgeht, ist der Bergmann.“ Die Franna AT40-Krane sind jetzt mit einem Sicherheitsradar ausgestattet, das sichere Arbeitsbereiche dynamisch und in Echtzeit kartiert. So können Kranführer sofort erkennen, wie sich Auslegerverlängerung, Knickung und Gelände auf die Tragfähigkeit auswirken.

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