Südkran Ingolstadt/Wackersdorf Liebherr LTM 1025/LTM 1120 Gottwald AMK 47/AMK 60/ AK 150
DREI NEUE FIRMEN IN BAYERN UND BADEN-WÜRTEMBERG (1983-1995)------------------------------- A1s Kenner der Autokranszene in Deutschland, fiel mir immer wieder auf, dass die Erlöse für Krandienstleistungen in Bayern deutlich über denen in den anderen Bundesländern lagen. Da lag es nahe, mich dort nach geeigneten Standorten um zu- sehen. Über ein Jahr prüfte ich die Möglichkeiten und entschied mich schließlich für Ingolstadt und Wackersdorf in der Oberpfalz. In Ingolstadt gab es Autoindustrie und in Wackersdorf sollte für etwa vier Milliarden DM eine Wiederaufbereitungsanlage für abgebrannte Nuklearbrennstäbe entstehen. Sich dort anzusiedeln war nicht ohne Risiko, denn die gerade entstehende Partei der Grünen und Teile der Bevölkerung liefen Sturm gegen dieses Vorhaben. Aber ich erkannte die Chancen für einen neuen Betrieb dort vor Ort sehr schnell, denn Konkurrenzfirmen hatten ihren Sitz 100 km oder noch weiter entfernt und überhaupt noch nicht auf die neu entstehende Groß- baustellen reagiert.---------------------------------------- Die Südkran GmbH war ein Firmenmantel, den ich von einem Münchener Ge- schäftsmann erworben hatte. Dessen Geschäftstätigkeit war zuletzt fast zum Erliegen gekommen und er wollte nicht mehr investieren. Hier hatte ich günstig einsteigen können. Die beiden Standorte Ingolstadt und Wackersdorf lagen nur etwa 100 km auseinander, das versprach Synergieeffekte für eine gute Auslastung. Und tatsächlich legten wir einen fulminanten Start hin.------------------------------------ Dass ich als Niedersachse mit weiß-blauen Farben und bayerischen Rauten auf unseren Kranen vermehrt auf bayerischen Straßen zu sehen war, verblüffte die Kon- kurrenz und schreckte sie auch ein bisschen auf, denn zuvor war das Marktvolumen regional anteilig und einvernehmlich aufgeteilt gewesen. Das Logo und die Farbgebung habe ich wiederum zusammen mit Axel Trie- stram entwickelt und ich war mit der Wirkung von beidem sehr zufrieden. In Wackersdorf kooperierte ich mit einem ortsansässigen Transportunter- nehmer, dessen Betrieb nur zwei Kilometer von der Baustelle entfernt lag. Ihn konnte ich von meinem Konzept und meinen lauteren Absichten überzeugen. Überdies sagte ich ihm zu, den Betrieb nach Abschluss der Bauarbeiten an seinen Sohn zu veräußern. Das gab den Ausschlag und so konnten wir 1985 den Ge- schäftsbetrieb aufnehmen. --------------------------------------------------------Mit Horst Heydemann hatte ich in Wackersdorf einen versierten technischen Leiter gewinnen können, der auch schwierigen Aufgaben gewachsen war. Mit seiner Arbeit war ich sehr zufrieden. Für Ingolstadt gab es eine andere Lösung. Unsere Tochter Bettina hatte im Holzmindener Unternehmen eine Ausbildung zur Bürokauffrau absolviert und be- gann dann als Sachbearbeiterin in einem Havariekommissariat zu arbeiten - in New York! Die Stadt faszinierte sie und ihre Arbeit in der Kanzlei gefiel ihr. Dort wollte sie gerne bleiben.----------------------------------- Aber glücklicherweise gelang es mir, sie zur Rückkehr zu bewegen. Sie sollte in Ingolstadt die lange vakante Stelle einer kaufmännischen Betriebsleiterin besetzen. Dass Bettina aus ihrer Schulzeit im Holzmindener Landschulheim im Solling viele Freunde und Bekannte in München und Umgebung hatte, war sicherlich förderlich für ihre Rückkehrentscheidung. Ihr Eintritt in die Südkran GmbH Ingolstadt entlas- tete mich spürbar. So konnte ich mich mehr um meine anderen sechs Gesellschaften, insbesondere um die Neugründung Südkran Wackersdorf GmbH kümmern.------------------------------------- Der Geschäftsbetrieb in Oberbayern und in der Oberpfalz lief wirtschaftlich zu- nehmend besser. Dann starb plötzlich der „starke Mann“ hinter der Wiederaufbereitungsanlage, der bayerische Ministerpräsident F. J. Strauß. Der Druck der Gegner des Vorhabens ließ nicht nach und so machte ich mir keine Illusionen. Das Ende dieses Vor- habens wurde immer wahrscheinlicher. Also gab ich 1990 meine Geschäftsanteile und den Kranbestand wie zuvor vertraglich vereinbart an meinen Kooperationspartner ab.